Mityukov souverän im Halbfinal über 100 m Rücken

Roman Mityukov hat sich am Samstagmorgen an den Europameisterschaften in Paris souverän für das Halbfinale über 100 m Rücken qualifiziert. Der 26-jährige Schweizer Rekordhalter schlug in 53,78 Sekunden an und klassierte sich damit auf dem geteilten 12. Rang. Im Halbfinale am Samstagabend bietet sich dem Genfer die nächste Gelegenheit, sich weiter zu steigern.

Roman MITYUKOV of Switzerland competes in the Men's 200m Backstroke Semifinal during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Tuesday, Aug. 11, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)

Mityukov erwischte im zweitletzten Vorlauf auf Bahn 5 einen guten Start und lag nach den ersten 50 Metern zeitgleich mit dem neben ihm schwimmenden Franzosen Yohann Ndoye-Brouard. Auf der zweiten Streckenhälfte musste er etwas abreissen lassen, brachte den Vorlauf jedoch souverän ins Ziel. Seine 53,78 Sekunden reichten sicher für die Qualifikation.

Mit den ersten 50 Metern war er dann auch zufrieden. „Der erste 50er war gut. Ich glaube, ich hatte einen guten Start. Zurück war etwas schwerer. Aber es ist morgens, das ist normal“, sagte Mityukov nach dem Rennen. Mit der Zeit zeigte er sich zufrieden: „53,7 am Morgen zu schwimmen, ist gut. Das Ziel war einfach, mich für das Halbfinale zu qualifizieren, unabhängig von der Zeit.“

Für den Abend hat sich der Schweizer Rekordhalter allerdings mehr vorgenommen. „Ich hoffe, dass ich heute Abend besser schwimmen kann. Ich bin nicht hierhergekommen, um 53,7 zu schwimmen“, so Mityukov. Gleichzeitig spüre er die Belastung der vergangenen Tage: „Ich bin mental und körperlich ziemlich müde. Aber ich werde trotzdem alles geben, um heute Abend so schnell wie möglich zu schwimmen.“

Die Halbfinals mit dem Genfer am Start werden heute Abend ab 20:18 Uhr ausgetragen.

Flavio BUCCA of Switzerland competes in the Men's 200m Backstroke Final during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Wednesday, Aug. 12, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)
Bucca erneut mit persönlicher Bestzeit

Auch Flavio Bucca zeigte zum Abschluss seiner EM einen starken Auftritt über 100 m Rücken. Der 21-Jährige schlug in 54,61 Sekunden an und verbesserte damit seine persönliche Bestzeit. Im Gesamtklassement belegte er Rang 30.

Damit unterstrich Bucca einmal mehr seine starke Entwicklung an diesen Europameisterschaften. Bereits über 200 m Rücken hatte er überraschend den Final erreicht und dort seinen ersten EM-Final bestritten. Nun konnte er auch über die 100 m seine bisherige Bestmarke verbessern, obwohl die Strecke nicht seine Paradedisziplin ist. „Es ist nicht meine Parade-Disziplin, aber immerhin meine zweitbeste Disziplin. Dass ich mich auch hier verbessern konnte, ist extrem wertvoll“, sagte Bucca. „Ich bin hierhergekommen und konnte die Bestmarken in meinen beiden besten Rennen schlagen – das ist super.“ Besonders positiv bewertet der Rückenspezialist, dass er seine Bestzeit bereits am Morgen unterbieten konnte: „Ich bin hier nur morgens geschwommen und trat gegen meine Bestzeit, die ich am Abend geschwommen bin, an. Dass ich sie trotzdem geschlagen habe, ist definitiv ein sehr positives Zeichen.“

Für die nächsten Schritte weiss Bucca genau, woran er arbeiten möchte: „Ich glaube, ich muss lernen, bei einer höheren Frequenz sauberer zu arbeiten. Grundsätzlich habe ich einen sehr guten Armzug – das sieht man auf den 200 Metern, wo ich sehr effizient bin. Über 100 und 50 Meter konnte ich das bisher noch nicht so gut umsetzen wie über 200 Meter. Daran werden wir sicher arbeiten.“

Balint ASHTON of Switzerland competes in the Men's 200m Freestyle Heats during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Thursday, Aug. 13, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)

Über 50 m Freistil beendeten Balint Ashton und Robin Yeboah ihre EM. Ashton schlug in 22,87 Sekunden an und belegte Rang 59. Bei seinem Rennen sah er insbesondere in der Unterwasserphase noch Verbesserungspotenzial: Kurz vor 15 Metern war er noch zu tief und musste dann die Tauchphase abbrechen, um nicht weiter als die 15-Meter-Marke zu tauchen. „Ich glaube, das hat mich vielleicht etwas gekostet“, sagte Ashton. Yeboah wurde in 22,89 Sekunden 60. und zog eine insgesamt selbstkritische Bilanz seiner EM. Als Sprinter habe er sich diese Woche nicht explosiv genug gefühlt. Nun will er gemeinsam mit seinen Coaches in den USA und seiner Trainerin in Basel analysieren, wie er das Trainingsmodell für die kommende Saison optimieren kann.

Tiago Behar absolvierte die 50 m Freistil in 23,16 Sekunden auf Platz 68. Später war er auch Teil der Schweizer Mixed-Staffel über 4×200 m Freistil. Gemeinsam mit Marius Toscan, Gaia Rasmussen und Manon Richard schwamm er in 7:51,25 Minuten auf Rang zehn. Behar eröffnete das Rennen in 1:50,81, Toscan folgte in 1:51,06. Rasmussen benötigte 2:02,89, Richard 2:06,49.

Fanny Borer zeigte über 200 m Schmetterling eine starke Leistung. In 2:14,88 Minuten belegte sie Rang 19 und blieb damit nahe an ihrer persönlichen Bestzeit. „Ich bin sehr zufrieden für ein Rennen am Morgen“, sagte Borer. Die Zeit sei eine ihrer besten Morgenzeiten über diese Distanz – umso mehr, da sie aufgrund ihrer Schulter in diesem Jahr nur wenig Schmetterling trainieren konnte. Auf die Zukunft angesprochen, bestätigte Borer, dass sie weiterhin in Frankreich trainieren werde. Sie möchte ihre Karriere mindestens noch zwei Jahre fortsetzen, mit dem Ziel, sich für die Olympischen Spiele in Los Angeles zu qualifizieren.

Über 200 m Lagen kam Gian-Luca Gartmann in 2:00,84 Minuten auf Rang 24. Mit seiner Leistung blieb der Schweizer unter seinen Erwartungen. „Es hat sich am Ende doch etwas schneller angefühlt“, sagte Gartmann. Im Rennen habe sich jedoch nicht alles locker angefühlt, ehe es auf den letzten Metern zunehmend steif wurde. Die Ursache dafür konnte er sich unmittelbar nach dem Rennen selbst noch nicht erklären.

Für Kay-Lyn Löhr endete der Einzelwettkampf über 50 m Brust ebenfalls mit einer schwierigen Leistung. Die 18-Jährige, die an dieser EM bereits über 100 und 200 m Brust im Einsatz war, spürte die Belastung der vergangenen Tage deutlich. Die lange Wettkampfphase seit den Junioren-Europameisterschaften habe mental und körperlich Kraft gekostet. Ihren Fokus richtet Löhr nun auf die abschliessenden Staffelrennen.

Noe PONTI of Switzerland celebrates with his coach Massimo Meloni a New World Record after winning in the Men's 100m Butterfly Final during the 2024 World Aquatics Swimming Championships (25m) in Budapest, Hungary, Saturday, Dec. 14, 2024. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)
Massimo Meloni: Vertrauen als Grundlage für Leistung

Swiss Aquatics Nationaltrainer Massimo Meloni hat am Freitagnachmittag im Rahmen der Europameisterschaften in Paris eine Coaches Clinic vor internationalem Trainer:innenpublikum gehalten. Im Zentrum seines Referats stand die Beziehung zwischen Athlet:in, Team und Trainer:in, und insbesondere das Vertrauen als Grundlage erfolgreicher Zusammenarbeit.

Meloni betonte, dass ein Trainer zuerst den Menschen hinter dem Athleten kennen müsse. Gleichzeitig brauche es die Bereitschaft, zuzuhören und den Sportler in seiner Eigenverantwortung zu stärken. „Der Trainer muss den Mut haben, zuzuhören“, so seine zentrale Botschaft. Denn die Athlet würden ihren eigenen Körper und ihre Empfindungen am besten kennen. Ein Trainingsprogramm könne noch so gut sein, umgesetzt werde es letztlich vom Schwimmer selbst. Ziel sei es nicht, abhängige Athlet zu formen, sondern selbstständige Persönlichkeiten, die Verantwortung für ihre Leistung übernehmen. Seine zentrale Botschaft fasste Meloni in einem Wort zusammen: Vertrauen. Eine gewachsene Beziehung zwischen Athlet und Trainer könne gerade in schwierigen Phasen, bei Müdigkeit, schlechten Resultaten, Verletzungen oder persönlichen Herausforderungen den entscheidenden Unterschied machen.

Die Möglichkeit, seine Erfahrungen und Überzeugungen im Rahmen der EM vor einem internationalen Fachpublikum zu präsentieren, unterstreicht die Anerkennung seiner langjährigen Arbeit als Trainer.

Marius TOSCAN of Switzerland competes in the Men's 200m Butterfly Heats during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Friday, Aug. 14, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)

Resultate Morning Session, 15. August 2026

  • 50 m Freistil
    Balint Ashton: 22,87 s – 59. Rang
    Robin Yeboah: 22,89 s – 60. Rang
    Tiago Behar: 23,16 s – 68. Rang
  • 200 m Schmetterling
    Fanny Borer: 2:14.88 min – 19. Rang
  • 100 m Rücken
    Roman Mityukov: 53,78 s – 12. Rang → Halbfinale
    Flavio Bucca: 54,61 s (PB) – 30. Rang
    Rufus Bernhardt (LIE): 55,71 s (PB) – 45. Platz
  • 200 m Lagen
    Gian-Luca Gartmann: 2:00,84 min – 24. Rang
  • 4×200 m Freistil Mixed
    7:51,25 min – 10. Rang

    • Tiago Behar (1:50,81 min)
      Marius Toscan (1:51,06 min)
      Gaia Rasmussen (2:02,89 min)
      Manon Richard (2:06,49 min)

Die Wettkämpfe können live auf SRF, RSI und RTS verfolgt werden. Alle Informationen zur EM, wie auch Start- und Ranglisten finden Sie auf der Eventwebseite.