Morgane Herculano verpasst nur knapp eine Medaille
Morgane Herculano beendet den High-Diving-Wettkampf an den European Aquatics Championships in Paris auf dem starken vierten Rang. Die Genferin lag nach drei Runden noch auf Medaillenkurs, musste sich in der entscheidenden vierten Runde jedoch noch von der Deutschen Maike Elena Halbsch geschlagen geben. Bei den Männern überzeugt Pierrick Schafer mit einem starken sechsten Rang und dem am höchsten bewerteten Sprung des gesamten Feldes in der dritten Runde. Jean-David Duval beendet den Wettkampf auf Rang zehn.
Morgane Herculano kämpft bis zum Schluss um die Medaille
Morgane Herculano war bereits am Freitag stark in den Wettkampf gestartet und hatte sich nach den ersten beiden Runden auf dem dritten Zwischenrang positioniert. Diese Position bestätigte sie auch nach der dritten Runde: Mit 199,80 Punkten ging die Schweizerin als Dritte in die entscheidende Runde.
In der vierten und entscheidenden Runde erhielt Morgane für ihren dreifachen Rückwärtssalto mit Schraube von den Wertungsrichter:innen 81,70 Punkte. Damit kam sie auf ein Total von 281,50 Punkten. Die letzte Runde reichte letztlich nicht für den Sprung aufs Podest. Die Deutsche Maike Halbisch erzielte mit ihrem letzten Sprung starke 112,50 Punkte und zog damit noch an Morgane vorbei. Maike Halbisch sicherte sich mit 292,15 Punkten Bronze, während Morgane mit 281,50 Punkten den vierten Schlussrang belegte.
„Ich bin gekommen, um Gold zu holen“
Für Morgane der vierte Platz deshalb auch mit gemischten Gefühlen verbunden. „Es ist hart, weil ich hierher gekommen bin, um Gold zu holen. Ich denke, Gold ist in meiner Reichweite, wenn ich mein Können abrufen kann“, sagt die Schweizerin nach dem Wettkampf enttäuscht.
Mit ihrer Leistung ist sie entsprechend kritisch, insbesondere mit der fehlenden Konstanz bei der Ausführung. „Ich denke, es waren kleine Qualitätsfehler am Ende der Sprünge. Ich weiss, dass ich jeden einzelnen Sprung besser machen kann. Ich habe diese Sprünge früher in der Saison schon besser gemacht.“ Gerade an einem Grossanlass wie einer Europameisterschaft schmerze es deshalb, diese Fehler zu machen. „Ich bin bereit, wieder ins Training zurückzukehren und für den Rest der Saison mein Bestes zu geben.“
Pierrick Schafer mit herausragender dritter Runde
Auch bei den Männern sorgten die Schweizer für starke Auftritte. Pierrick Schafer zeigte über weite Strecken einen überzeugenden Wettkampf und schloss die Europameisterschaften auf dem sechsten Rang ab. Besonders herausragend war seine dritte Runde: Für seinen dreifachen Vorwärtssalto mit einer halben Schraube erhielt der Schweizer von den Wertungsrichter Noten zwischen 8,5 und 9,0 und erzielte 88,40 Punkte – damit war es der am höchsten bewertete Sprung des gesamten Feldes in dieser Runde.
Pierrick ging dadurch auf Rang Sechs in die letzte Runde, den er bis zum Schluss verteidigte. Mit seinem Abschneiden zeigte sich der Schweizer entsprechend sehr zufrieden: „Ich hätte mir nichts Besseres erhoffen können. Ich wusste, dass meine Sprünge bei 20 Metern aufgrund des Schwierigkeitsgrades gegenüber den Konkurrenten nicht sehr konkurrenzfähig sind. Deshalb wusste ich, dass ich nicht viel mehr hätte herausholen können. Ich habe sogar etwas besser abgeschnitten, als ich erwartet hatte.“
Der Auftritt des 24-jährigen Genfers, der ebenfalls erst seit 3 Jahren High Diving betreibt, macht gleichzeitig deutlich, welches Potenzial in ihm steckt. Mit seiner Qualität und den hohen Bewertungen kann der Schweizer mit der europäischen Spitze mithalten. Um künftig ganz vorne anzugreifen, gilt es insbesondere, den Schwierigkeitsgrad seines Programms weiterzuentwickeln. „Wenn ich künftig konkurrenzfähig sein und um Podestplätze kämpfen will, muss ich den Schwierigkeitsgrad meiner Sprünge erhöhen. Das sind Dinge, die über Jahre aufgebaut werden und das wird mit der Zeit kommen“, blickt Pierrick voraus.
Jean-David Duval auf Rang zehn
Jean-David Duval zeigte ebenfalls einen engagierten Wettkampf und beendete den High-Diving-Wettbewerb auf dem zehnten Schlussrang. Nach seinen vier Sprüngen kam er auf ein Total von 232,35 Punkten.
Mit seinen Sprüngen zeigte sich der Schweizer grundsätzlich zufrieden, sieht aber gleichzeitig noch Verbesserungspotenzial. „Ich bin ziemlich zufrieden. Ich weiss, dass ich einige Dinge besser machen kann, aber das gibt mir konkrete Ansatzpunkte, an denen ich in den nächsten Saisons arbeiten kann“, sagte Jean-David nach dem Wettkampf.
Eine besondere Herausforderung war die Wettkampfhöhe von 20 Metern. «Ich habe in diesem Jahr nicht sehr viel auf 20 Metern trainiert, sondern mich vor allem auf die Wettkämpfe aus 27 Metern vorbereitet. Wir hatten in dieser Saison nur einen Wettkampf auf 20 Metern – diesen hier in Paris.» Entsprechend sei das Timing bei einzelnen Sprüngen noch nicht optimal gewesen.
Die kompletten Ranglisten finden Sie auf der Eventwebseite.
Wir gratulieren den dreien herzlich zu ihren tollen Leistungen und wünschen ihnen nun eine gute Erholung!

