Noe PONTI of Switzerland competes in the Men's 50m Butterfly Semifinal during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Monday, Aug. 10, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)
Noè Ponti mit starkem Auftritt in den Final
Noè Ponti ist erfolgreich in die Schwimm-Europameisterschaften in Paris gestartet. Nach Rang zwei in den Vorläufen gewann der Tessiner am Abend seinen Halbfinal über 50 m Schmetterling in 22,53 Sekunden und qualifizierte sich als Drittschnellster souverän für den Final. Damit fehlten ihm lediglich zwei Hundertstelsekunden zu seinem Schweizer Rekord. Für die übrigen Schweizer Schwimmer verlief der erste Wettkampftag unterschiedlich.
Der Auftakt in die Schwimmwettkämpfe der Europameisterschaften ist Noè Ponti gelungen. Über 50 m Schmetterling schlug der Tessiner bereits am Morgen in 22,69 Sekunden an und qualifizierte sich als Zweitschnellster souverän für den Halbfinal. Nur der französische Lokalmatador Maxime Grousset war in 22,49 Sekunden schneller.
„Es war wichtig, heute Morgen gut zu schwimmen. Das habe ich gemacht. Auch die Zeit ist gut, deshalb kann ich mit meiner Leistung heute Morgen glücklich sein“, sagte Noè Ponti nach seinem Vorlauf. Auch das Gefühl im Wasser habe gestimmt: „Ich habe mich gut gefühlt.“
Dass Maxime Grousset im Vorlauf schneller war, beschäftigte Noè Ponti wenig. Der Schweizer richtete seinen Fokus ganz auf die eigene Leistung: „Das ist egal. Ich muss mein Rennen machen. Ob Maxime schneller oder langsamer ist, ist nicht wichtig für mich.“ Das Ziel für den Abend war klar: der Finaleinzug.
Fanny BORER of Switzerland competes in the Women's 200m Backstroke Heats during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Monday, Aug. 10, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)
Unterschiedliche Leistungen zum EM-Auftakt
Neben Noè Ponti waren am ersten Wettkampfmorgen acht weitere Schweizer Athlet:innen sowie die Männerstaffel im Einsatz.
Marius Toscan startete über 400 m Lagen und schlug nach 4:17,77 Minuten an. Damit belegte er Rang 12. Mit seinem Auftakt zeigte er sich weder besonders zufrieden noch unzufrieden und will das Rennen gemeinsam mit seinem Coach noch genauer analysieren.
Über 100 m Freistil kam Angelina Patt in 57,28 Sekunden auf Rang 49. Die Schweizerin vermutete, dass sie das Rennen zu schnell begonnen und dadurch auf der zweiten Hälfte etwas an Technik verloren haben könnte. Gleichzeitig zeigte sie sich zuversichtlich: Die vergangenen Wochen seien im Training gut verlaufen, und sie freue sich auf die nächsten Rennen.
Für Robin Yeboah endete der Vorlauf über 50 m Schmetterling nach 24,03 Sekunden auf Rang 45. Der Auftritt war für den Schweizer zugleich sein erster Einsatz bei einer Europameisterschaft auf der Langbahn. „Ich habe eigentlich etwas mehr erwartet. Ich bin ein bisschen enttäuscht“, sagte Robin Yeboah. Gleichzeitig bleibe ihm aber noch eine lange EM-Woche, um sich zu steigern.
Über 200 m Rücken waren gleich drei Schweizerinnen im Einsatz. Fanny Borer schwamm in 2:14,12 Minuten auf Rang 20 und zeigte sich mit ihrem ersten Rennen sehr zufrieden. Für die bereits vierte EM der Schweizerin war es ein gelungener Start. Besonders erfreut sei sie über ihre Leistunge auch aufgrund einer hartnäckigen Schulterverletzung, die sie bis kurz vor der Schweizermeisterschaft stark eingeschränkt hatte.
Vanna DJAKOVIC of Switzerland rprepares herself before competing in the Women’s 800m Freestyle Heats during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Monday, Aug. 10, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)
Gaia Rasmussen belegte in 2:14,82 Minuten Rang 22. Die Schweizer Rekordhalterin über diese Distanz auf der kurzen Bahn blieb damit rund zwei Sekunden über ihrer persönlichen Bestzeit. Im Wasser habe sie sich ungewohnt schwer gefühlt und Mühe gehabt, immer wieder Druck aufzubauen. Gleichzeitig betonte sie, dass es sich um ihr erstes Rennen handle und sie daraus lernen werde.
Manon Richard kam in 2:17,11 Minuten auf Rang 25. Für die erst 18-Jährige sind die Europameisterschaften in Paris die ersten Titelkämpfe auf Elite-Niveau. Entsprechend steht für sie vor allem das Sammeln von Erfahrung im Übergang von den Juniorinnen zur Elite im Vordergrund. Sie gab zu, dass sie sich vor ihrer starken Nervosität doch habe ablenken lassen und nicht ihre beste Leistung habe abrufen können.
Über 100 m Brust belegte Gian-Luca Gartmann in 1:01,84 Minuten Rang 45. Der 100er ist nicht seine Hauptstrecke, entsprechend blickt Gartmann bereits auf sein eigentliches Hauptrennen über 200 m Lagen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass er dort seine Bestleistung abrufen kann – auch weil sein Einsatz zu einem späteren Zeitpunkt im Wettkampf stattfindet.
Vanna Djakovic verpasst ihr persönliches Ziel
Über 800 m Freistil belegte Vanna Djakovic in 8:47,63 Minuten Rang 17. Obwohl sie damit nur rund zwei Sekunden über ihrer persönlichen Bestzeit blieb, war die Enttäuschung bei der Schweizerin gross. Vanna Djakovic war mit einem sehr guten Gefühl aus den vergangenen Trainingswochen nach Paris gereist und hatte sich entsprechend viel vorgenommen. Bis zur Hälfte des Rennens sei auch alles nach Plan gelaufen. Danach habe sie jedoch den Anschluss verloren. „Energie hatte ich, aber irgendwie bin ich einfach stehen geblieben“, sagte sie nach dem Rennen. Gemeinsam mit ihrem Coach Pablo Kutscher will sie nun analysieren, woran es gelegen hat.
Schweizer Staffel auf Rang 12
Zum Abschluss des Vormittags stand die 4×200-m-Freistilstaffel der Männer auf dem Programm. Antonio Djakovic, Balint Ashton, Mattia Mauri und Tiago Behar schlugen nach 7:15,06 Minuten an und belegten Rang 12.
Für Antonio Djakovic war der Staffelstart nach schwierigen vergangenen Wochen ein wichtiger erster Einsatz. Nach einer Verletzung am Bauchmuskel war die Vorbereitung nicht optimal verlaufen. Mit seiner Zeit von 1:47,17 Minuten zeigte er sich dennoch zufrieden. Für Balint Ashton war die Staffel eine besondere Premiere: Er bestritt in Paris seinen ersten internationalen Wettkampf überhaupt für die Schweiz. Die Atmosphäre in der voll besetzten Halle und der erste Start mit dem Team seien für ihn ein „sehr cooles Erlebnis“ gewesen. Mattia Mauri zeigte ebenfalls eine starke Leistung und konnte die vielen Emotionen rund um seinen ersten EM-Einsatz erfolgreich ausblenden. „Das zeigt einfach, dass die Arbeit, die wir gemacht haben, funktioniert“, sagte er. Auch Tiago Behar hatte im Wasser ein gutes Gefühl. Der Staffelstart gab ihm zudem Sicherheit für seine weiteren Einsätze. Über die 200 m Freistil habe er inzwischen eine Rennstrategie gefunden, die ihm viel Vertrauen gebe.
Noe PONTI of Switzerland competes in the Men's 50m Butterfly Semifinal during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Monday, Aug. 10, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)
Noè Ponti setzt am Abend ein Ausrufezeichen
Nach diesem abwechslungsreichen ersten Wettkampfmorgen richtete sich am Abend der Fokus dann ganz auf Noè Ponti. Der Tessiner hatte sich bereits am Morgen souverän für das Halbfinale qualifiziert – nun wartete im Centre Aquatique Olympique der nächste Schritt auf dem Weg zum Final.
Die Evening Session begann um 18:30 Uhr mit den Halbfinals über 50 m Schmetterling. Für die Schweiz war an diesem Abend einzig Ponti im Einsatz – und der Tessiner lieferte erneut einen starken Auftritt ab.
Mit einem explosiven Rennen schlug Ponti nach 22,53 Sekunden an und gewann seinen Halbfinal souverän. Damit fehlten dem Schweizer lediglich zwei Hundertstelsekunden zu seinem Schweizer Rekord. Im Gesamtklassement reichte seine Zeit für Rang drei und damit die direkte Qualifikation für den morgigen Final.
„Ich denke, ich habe fast alles richtig gemacht und alles gegeben, bin besser geschwommen. Ich bin sehr, sehr happy mit meiner Leistung“, zeigte sich Ponti nach seinem Rennen zufrieden.
Noch schneller waren im zweiten Halbfinal der neutrale Athlet Egor Kornev und der französische Lokalmatador Maxime Grousset. Kornev schwamm in 22,36 Sekunden einen neuen Championship Record und setzte sich damit an die Spitze des Klassements. Grousset schlug in 22,49 Sekunden an und bestätigte damit seine Zeit aus dem Vorlauf. Dass Kornev im Kampf um die Medaillen ein ernstzunehmender Konkurrent sein würde, kommt für Noè allerdings nicht überraschend. „Ich wusste, dass er schnell ist. Bei den russischen Meisterschaften ist er dieses Jahr sehr, sehr schnell geschwommen und hatte die Weltbestleistung inne. Wir wussten, dass er da ist“, so Noè Ponti. Gleichzeitig bleibt der Schweizer vor dem Final gelassen. „Es ist nicht nur er da. Wir sind alle innerhalb von drei Zehnteln. Es wird Spass machen.“
Auch die Atmosphäre in der voll besetzten Halle beeindruckte Noè. „Mega, mega schön. Man spürt echt die Atmosphäre. Natürlich sind die Leute für den Franzosen, wenn ein Franzose schwimmt. Aber es ist mega.“ Für ihn machen genau diese Emotionen einen grossen Teil der Faszination eines solchen Grossanlasses aus: „Schwimmmeisterschaften und -wettkämpfe sollten immer so sein, weil es alles mega crazy macht.“
Damit steht Noè Ponti am Dienstag um 18:37 Uhr im Final über 50 m Schmetterling und kämpft um die Medaillen.
Wir gratulieren ihm herzlich zu seiner tollen Leistung und wünschen ihm für den morgigen Final viel Erfolg!
Angelina PATT of Switzerland competes in the Women’s 100m Freestyle Heats during the swimming events of the European Aquatics Championships in Paris, France, Monday, Aug. 10, 2026. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)
Resultate, 10. August 2026
Halbfinal
- Noè Ponti: 50 m Schmetterling – 22,53 s – 3. Platz → Final
Vorläufe
- Marius Toscan: 400 m Lagen – 4:17,77 min – 12. Platz
- Angelina Patt: 100 m Freistil – 57,28 s – 49. Platz
- Noè Ponti: 50 m Schmetterling – 22,69 s – 2. Platz → Halbfinal
- Robin Yeboah: 50 m Schmetterling – 24,03 s – 45. Platz
- Fanny Borer: 200 m Rücken – 2:14,12 min – 20. Platz
- Gaia Rasmussen: 200 m Rücken – 2:14,82 min – 22. Platz
- Manon Richard: 200 m Rücken – 2:17,11 min – 25. Platz
- Gian-Luca Gartmann: 100 m Brust – 1:01,84 min – 45. Platz
- Vanna Djakovic: 800 m Freistil – 8:47,63 min – 17. Platz
- 4×200 m Freistil Männer (Djakovic, Ashton, Mauri, Behar): 7:15,06 min – 12. Platz
Die Wettkämpfe können live auf Eurovision Sport verfolgt werden. Alle Informationen zur EM sowie Start- und Ranglisten finden sich auf der offiziellen Eventwebseite.