Schweizer Schwimmteam peilt in Paris EM-Medaillen an

In einer Woche fällt in Paris der Startschuss zu den Schwimmwettkämpfen der Europameisterschaften 2026. Für die 19-köpfige Schweizer Delegation beginnt damit der wichtigste Wettkampf der diesjährigen Langbahnsaison. Angeführt von den Medaillenkandidaten Noè Ponti und Roman Mityukov vereint die Selektion internationale Spitzenathleten mit einer neuen Generation vielversprechender Talente. Neben den Einzelstarts steht insbesondere die Weiterentwicklung der Schweizer Staffelprojekte im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles im Fokus.

Thierry BOLLIN of Switzerland competes in the Men's 100m Backstroke Heats during the swimming events of the European Aquatics Championships in Belgrade, Serbia, Saturday, June 22, 2024. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)

Insgesamt 19 Athlet:innen wurden für die kontinentalen Titelkämpfe, die vom 10. bis 16. August 2026 im Centre Aquatique Olympique in Saint-Denis stattfinden, selektioniert. Das Team präsentiert sich leistungsstark und ausgewogen – mit einer Mischung aus international erfahrenen Medaillengewinnern und vielversprechenden Nachwuchstalenten, die erstmals auf Elite-Stufe an einer internationalen Meisterschaft antreten.

Angeführt wird die Delegation von Markus Buck, Leistungssportchef Schwimmen bei Swiss Aquatics. Unterstützt wird er von einem breit aufgestellten Trainer- und Betreuungsteam rund um die Coaches Massimo Meloni, Pablo Kutscher, Clément Bailly und Fausto Mauri sowie dem Medical- und Supportstaff.

Breite und Qualität im Kader

Mit Leistungsträgern wie Noè Ponti und Roman Mityukov verfügt das Team über Athleten, die zur absoluten Weltspitze zählen. Beide reisen mit realistischen Medaillenchancen nach Paris. Gleichzeitig erhalten mehrere junge Schwimmer:innen die Chance, erste Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln. Besonders im Fokus steht Kay-Lyn Löhr: Die 17-Jährige, die im nationalen Leistungszentrum CST in Tenero unter Massimo Meloni und Andrea Mercuri trainiert, gewann Anfang Juli an den Junioren-Europameisterschaften in München über 100 und 200 Meter Brust jeweils die Silbermedaille. Sie wird in Paris erstmals an einer internationalen Elite-Meisterschaft an den Start gehen. Ebenfalls neu auf dieser Stufe vertreten sind unter anderem Enrico Sottile, Mattia Mauri, Balint Ashton und Manon Richard.

Noe PONTI of Switzerland celebrates after winning in the Men's 50m Butterfly Final during the 23rd European Aquatics Short Course Swimming Championships in Lublin, Poland, Wednesday, Dec. 3, 2025. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)
Schweizer Aushängeschilder mit Ambitionen: Ponti auf Revanchekurs, Mityukov in Topform

Noè Ponti reist mit klaren Medaillenambitionen nach Paris. Nach seinen Duellen mit dem französischen Topstar Maxime Grousset an den Weltmeisterschaften in Singapur, in denen er sich über 50 und 100 Meter Schmetterling jeweils nur um einen Wimpernschlag geschlagen geben musste, bietet sich dem Tessiner nun bei Groussets Heim-Europameisterschaften, «in der Höhle des Löwen», die Chance zur Revanche. Ponti reist über 100 Meter Schmetterling mit der zweitbesten europäischen Jahresbestzeit nach Paris. Mit der Rückkehr des ungarischen Olympiasiegers Kristóf Milák ins internationale Wettkampfgeschehen erhält das Rennen um die EM-Medaillen jedoch zusätzliche Brisanz. Die Fans dürfen sich auf einen Dreikampf auf Weltklasseniveau freuen.

Auch Roman Mityukov zählt zu den aussichtsreichsten Schweizer Medaillenkandidaten. Der Genfer überzeugte bislang mit einer konstant starken Saison. Nach einem erfolgreichen Auftakt beim Lausanne Swim Cup mit Weltjahresbestzeit über 200 Meter Rücken egalisierte er an den Schweizer Meisterschaften in Uster seinen Schweizer Rekord über 100 Meter Rücken und bestätigte dort ebenso seine ausgezeichnete Form über die doppelte Distanz, seiner Paradedisziplin. Wie Ponti über die 100 Meter Schmetterling reist Mityukov über 200 Meter Rücken mit der zweitbesten europäischen Jahresbestzeit hinter dem Griechen Apostolos Siskos nach Paris. Das im Winter angepasste Höhentrainingskonzept scheint Wirkung zu zeigen. Zusätzliche Motivation dürfte ihm auch die Rückkehr nach Paris geben: In der französischen Hauptstadt gewann der 26-Jährige bei den Olympischen Spielen 2024 die Bronzemedaille über 200 Meter Rücken.

Antonio DJAKOVIC, Gaia RASMUSSEN, Tiago BEHAR and Julia ULLMANN of Switzerland react after competing in the Mixed 4x100m Freestyle Relay Heats during the 2025 European Aquatics U23 Swimming Championships in Samorin, Slovakia, Saturday, June 28, 2025. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)
Kadertiefe eröffnet neue Staffelperspektiven

Neben den Einzelstarts liegt ein besonderer Fokus auf den Staffelwettbewerben. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Los Angeles sollen möglichst viele Staffeln besetzt und unter Wettkampfbedingungen getestet werden. Die Europameisterschaften dienen dabei als wichtige Standortbestimmung und liefern wertvolle Erkenntnisse, in welche Disziplinen gezielt investiert werden soll.

Die aktuelle Kadertiefe, vor allem im Männerteam, eröffnet dabei neue Möglichkeiten: Erstmals stehen mehr als vier Athleten auf Topniveau zur Verfügung. Auch die Positionen fünf und sechs sind leistungsstark besetzt. Dies erlaubt es, verschiedene Kombinationen auszuprobieren und gleichzeitig realistische Finalchancen anzuvisieren – eine Ausgangslage, die in der Vergangenheit nur selten gegeben war.

Auch bei den Damen will Swiss Aquatics möglichst viele Staffeln mit den selektionierten Schwimmerinnen besetzen. Mit dem jungen und vielversprechenden Team ergibt sich die Möglichkeit, in den Staffelwettbewerben erste Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln, Kombinationen zu testen und die internationale Konkurrenzfähigkeit Schritt für Schritt aufzubauen.

Standortbestimmung auf höchstem Niveau

Die Europameisterschaften 2026 gelten als wichtige Standortbestimmung innerhalb des olympischen Zyklus. Erstmals seit der Corona-Pandemie findet wieder ein regulärer Wettkampfrhythmus statt, was laut Markus Buck zu einem deutlichen Leistungsanstieg in ganz Europa führen dürfte: „Wir erwarten ein sehr hohes Niveau bei diesen Europameisterschaften. In den vergangenen Jahren waren die Bedingungen für ein hohes Leistungsniveau an einer EM alles andere als ideal. Die pandemie- und kriegsbedingten Verschiebungen im internationalen Wettkampfkalender erforderten eine höhere Anzahl und Dichte an internationalen Grossanlässen. Nun können sich die Athlet:innen wieder gezielt auf einen Höhepunkt vorbereiten. Entsprechend gehen wir davon aus, dass das Leistungsniveau an dieser EM sehr hoch sein wird.“

Grenzüberschreitende Zusammenarbeit mit Liechtenstein

Wie bereits bei früheren internationalen Meisterschaften unterstützt Swiss Aquatics auch an den Europameisterschaften 2026 den Liechtensteiner Schwimmer Rufus Bernhardt organisatorisch und sportlich. Damit setzt der Verband die langjährige Zusammenarbeit mit dem Liechtensteinischen Schwimmverband fort. Bereits in der Vergangenheit wurden Liechtensteins Aushängeschilder Julia Hassler und Christoph Meier im Rahmen internationaler Meisterschaften in die Schweizer Delegation integriert und vor Ort mitbetreut.

 

Aufgebot EM 2026 in Paris

Männer

Frauen

Balint Ashton, 2006, Basel Aquatics

Tiago Behar, 2002, Lausanne Aquatique / Arizona State University

Thierry Bollin, 2000, Schwimmklub Bern

Flavio Bucca, 2005, Schwimmclub Uster

Antonio Djakovic, 2002, Schwimmclub Uster

Gian-Luca Gartmann, 2003, Schwimmclub Uster

Mattia Mauri, 2006, A-Club Swimming Team Savosa / Arizona State University

Roman Mityukov, 2000, Genève Natation 1885

Noè Ponti, 2001, Schwimmclub Uster / Swiss Aquatics Training Base

Enrico Sottile, 2007, A-Club Swimming Team Savosa

Marius Toscan, 2002, Schwimmclub Uster / Swiss Aquatics Training Base

Robin Yeboah, 2003, Basel Aquatics / Georgia Tech

Fanny Borer, 1996, Genève Natation 1885 / Mulhouse Olympic Natation

Vanna Djakovic, 2005, Schwimmclub Uster

Kay-Lyn Löhr, 2008, Schwimmclub Uster / Swiss Aquatics Training Base

Angelina Patt, 2005, Schwimmclub Uster

Gaia Rasmussen, 2004, Genève Natation 1885

Manon Richard, 2007, Genève Natation 1885

Julia Ullmann, 2005, Schwimmclub Uster / Arizona State University

Wettkampfprogramm

Date

Time

Session

Event

Athletes

10 August 2026 09:30 Heats Men’s 400 IM

Women’s 100 FR

Men’s 50 BU

 

Women’s 200 BA

 

 

Men’s 100 BR

Women’s 4×200 FR

Men’s 4×200 FR

Women’s 800 FR

Marius Toscan

Angelina Patt

Noè Ponti

Robin Yeboah

Fanny Borer

Gaia Rasmussen

Manon Richard

Gian-Luca Gartmann

Switzerland

Switzerland

Vanna Djakovic

Angelina Patt

18:30 Semi- / Finals Men’s 50 BU SF

Women’s 100 FR SF

Men’s 400 IM F

Women’s 200 BA SF

Men’s 100 BR SF

Women’s 4×200 FR F

Men’s 4×200 FR F

11 August 2026 09:30 Heats Women’s 50 BU

 

Men’s 100 FR

 

 

 

Women’s 100 BR

Men’s 200 BA

 

Mixed 4×100 IM

Men’s 800 FR

Gaia Rasmussen

Julia Ullmann

Balint Ashton

Tiago Behar

Mattia Mauri

Robin Yeboah

Kay-Lyn Löhr

Flavio Bucca

Roman Mityukov

Switzerland

18:30 Semi- / Finals Women’s 200 BA F

Men’s 50 BU F

Women’s 100 FR F

Men’s 100 BR F

Women’s 100 BR SF

Women’s 50 BU SF

Men’s 100 FR SF

Men’s 200 BA SF

Women’s 800 FR F

Mixed 4×100 IM F

 
12 August 2026 09:30 Heats Women’s 200 FR

 

 

Men’s 100 BU

 

 

 

Women’s 50 BA

Men’s 200 BR

Women’s 400 IM

Women’s 4×100 FR

Vanna Djakovic

Gaia Rasmussen

Manon Richard

Noè Ponti

Enrico Sottile

Marius Toscan

Robin Yeboah

Angelina Patt

Gian-Luca Gartmann

 

Switzerland

18:30 Semi- / Finals Women’s 200 FR SF

Men’s 200 BA F

Women’s 50 BU F

Men’s 100 FR F

Women’s 100 BR F

Men’s 200 BR SF

Women’s 50 BA SF

Men’s 100 BU SF

Women’s 400 IM F

Men’s 800 FR F

Women’s 4×100 FR F

13 August 2026 09:30 Heats Men’s 200 FR

 

 

Women’s 100 BU

 

Men’s 50 BA

 

 

Women’s 200 BR

Men’s 4×100 FR

Women’s 1500 FR

Balint Ashton

Antonio Djakovic

Mattia Mauri

Gaia Rasmussen

Julia Ullmann

Thierry Bollin

Flavio Bucca

Roman Mityukov

Kay-Lyn Löhr

Switzerland

Vanna Djakovic

18:30 Semi- / Finals Men’s 100 BU F

Women’s 50 BA F

Men’s 200 FR SF

Women’s 100 BU SF

Men’s 50 BA SF

Women’s 200 BR SF

Men’s 200 BR F

Women’s 200 FR F

Men’s 4×100 FR F

 
14 August 2026 09:30 Heats Women’s 50 FR

Men’s 50 BR

Women’s 100 BA

 

Men’s 200 BU

 

 

Women’s 200 IM

Mixed 4×100 FR

Men’s 1500 FR

 

Gian-Luca Gartmann

Gaia Rasmussen

Manon Richard

Noè Ponti

Enrico Sottile

Marius Toscan

Angelina Patt

 

18:30 Semi- / Finals Women’s 100 BU F

Men’s 200 FR F

Women’s 200 BR F

Women’s 100 BA SF

Men’s 50 BR SF

Women’s 50 FR SF

Men’s 200 BU SF

Women’s 200 IM SF

Men’s 50 BA F

Women’s 1500 FR F

Mixed 4×100 FR F

 
15 August 2026 09:30 Heats Men’s 50 FR

 

 

 

Women’s 200 BU

 

Men’s 100 BA

 

Women’s 50 BR

Men’s 200 IM

Mixed 4×200 FR

Balint Ashton

Tiago Behar

Thierry Bollin

Robin Yeboah

Fanny Borer

Gaia Rasmussen

Flavio Bucca

Roman Mityukov

Kay-Lyn Löhr

Gian-Luca Gartmann

 

18:30 Semi- / Finals Men’s 200 BU F

Women’s 50 FR F

Men’s 50 BR F

Women’s 200 IM F

Men’s 50 FR SF

Women’s 50 BR SF

Men’s 1500 FR F Women’s 200 BU SF

Men’s 200 IM SF

Women’s 100 BA F

Men’s 100 BA SF

Mixed 4×200 FR F

 
16 August 2026 09:30 Heats Women’s 400 FR

Men’s 400 FR

 

Women’s 4×100 IM

Men’s 4×100 IM

Vanna Djakovic

Antonio Djakovic

Mattia Mauri

Switzerland

Switzerland

  18:30 Semi- / Finals Men’s 50 FR F

Women’s 50 BR F

Men’s 200 IM F

Women’s 200 BU F

Men’s 100 BA F

Women’s 400 FR F

Men’s 400 FR F

Women’s 4×100 IM F

Men’s 4×100 IM F

 

 

Einsätze können noch angepasst werden. Staffel werden final vor Ort besetzt.
fett: Medaillenentscheidung