Schweizer U20-Damen zeigen an der EM in Oeiras eine starke Entwicklung und feiern zwei Siege

 

Die Schweizer U20-Damen-Nationalmannschaft blickt auf eine wertvolle und aus Sicht von Head Coach Vladimir Bajkovic erfolgreiche Europameisterschaft in Oeiras zurück. Nach einem anspruchsvollen Start gegen Türkiye und Serbien steigerte sich die junge Mannschaft im Turnierverlauf deutlich und feierte gegen Irland und Rumänien zwei Siege. Für Bajkovic ist die Entwicklung des Teams ein wichtiges Signal für die Zukunft des Schweizer Frauen-Wasserballs.

Für die Schweizer U20-Damen ging in Oeiras eine intensive Woche auf internationaler Bühne zu Ende. Das Team von Head Coach Vladimir Bajkovic war nach einem siebentägigen Vorbereitungscamp in Tschechien nach Portugal gereist, um sich mit der europäischen Konkurrenz zu messen und vor allem wertvolle internationale Wettkampferfahrung zu sammeln.

Die Bilanz des Nationaltrainers nach Abschluss des Turniers fällt positiv aus.

«Aus meiner Sicht war diese Europameisterschaft für uns sehr erfolgreich. Zum ersten Mal ist es uns gelungen, an einem solchen Turnier gegen zwei verschiedene Nationen zu gewinnen. Die Mannschaft hat sich stärker entwickelt, als ich erwartet hatte, und darauf bin ich sehr stolz.»

 

Schwieriger Auftakt gegen starke Gegner

Zum Auftakt am 1. August – dem Schweizer Nationalfeiertag – traf die Schweiz auf Türkiye. Gegen die physisch und spielerisch starke türkische Auswahl musste sich das Team mit 7:21 geschlagen geben.

Nur einen Tag später wartete mit Serbien die nächste anspruchsvolle Aufgabe. Die Schweizerinnen hielten insbesondere in der ersten Hälfte gut dagegen. Nach den ersten beiden Vierteln (1:3 und 2:3) betrug der Rückstand zur Halbzeit lediglich drei Tore. In der zweiten Hälfte konnte Serbien seine Vorteile zunehmend ausspielen und setzte sich schliesslich mit 17:5 durch. Die fünf Schweizer Treffer erzielten Anouk Soder (3), Juliette Grandchamp (1) und Nina Riess (1).

Gerade diese Begegnungen gegen körperlich und spielerisch stärkere Gegner waren für das sehr junge Schweizer Team von grossem Wert. Wie Bajkovic betont, besteht ein wesentlicher Teil der Mannschaft aus Spielerinnen, die altersmässig noch der U18 angehören.

«Wir haben mit einer sehr jungen Mannschaft gegen ältere und stärkere Spielerinnen gespielt. Das Turnier hat uns sehr deutlich gezeigt, wo wir aktuell stehen. Gleichzeitig haben wir gesehen, welches Potenzial in diesem Team steckt.»

 

Zwei Siege zeigen die Entwicklung des Teams

Nach den beiden schwierigen Gruppenspielen zeigte die Schweiz eine starke Reaktion.

Gegen Irland gelang der erste Erfolg der Europameisterschaft. Die Schweizerinnen setzten sich mit 13:7 durch und belohnten sich damit für ihre engagierte Leistung.

Noch enger verlief die anschliessende Partie gegen Rumänien. In einem hart umkämpften Spiel bewies die Mannschaft Nervenstärke und setzte sich mit 11:10 durch. Damit feierte die Schweiz innerhalb von zwei Spielen zwei Siege gegen zwei unterschiedliche Nationen – für Bajkovic ein wichtiger Fortschritt.

«Wir haben uns mit dieser Mannschaft stärker verbessert, als ich erwartet hatte. Einige dieser Spielerinnen sind bereits Kandidatinnen für das Elite-Nationalteam. Sie sind noch sehr jung, aber das ist für uns eine reale Perspektive. Wenn sie konsequent weiterarbeiten, können sie in Zukunft eine wichtige Rolle im Elite-Team übernehmen.»

Die Leistungen in Oeiras bestätigen aus Sicht des Trainers, dass in dieser Generation viel Potenzial steckt. Gleichzeitig sieht er die Notwendigkeit, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzuführen.

«Wir haben einige sehr talentierte Spielerinnen und müssen als System dafür sorgen, dass wir sie weiterhin begleiten und fördern. Wir brauchen mehr gemeinsame Trainingszeit und eine starke Basis in den Clubs, damit wir das Niveau des Nationalteams weiterentwickeln können.»

Schwieriger Abschluss gegen Malta

Im letzten Spiel traf die Schweiz auf Malta. Nach den beiden Siegen konnte die Mannschaft ihre Erfolgsserie nicht fortsetzen und musste sich zum Abschluss geschlagen geben.

Das Resultat des letzten Spiels spiegle die tatsächliche Leistungsfähigkeit des Teams allerdings nur bedingt wider, erklärt Bajkovic. Drei Schweizer Spielerinnen waren erkrankt, zwei davon mit einer Magen-Darm-Infektion und hohem Fieber. Dadurch stand die Mannschaft nicht in voller Stärke zur Verfügung.

«Wir konnten das Turnier leider nicht so abschliessen, wie wir es geplant hatten. Gegen Malta fehlten uns aufgrund von Krankheit drei Spielerinnen. Unter diesen Umständen konnten wir unsere tatsächliche Qualität nicht zeigen.»

Auch mental und körperlich waren die Auswirkungen am Ende einer intensiven Turnierwoche spürbar. Unter anderem vergab die Schweiz gegen Malta drei Penaltys.

«Das zeigt auch, in welcher psychischen und körperlichen Situation wir uns im letzten Spiel befanden. Die Mannschaft konnte nicht mehr mit der gleichen Energie spielen. Deshalb ist dieses Resultat für mich kein vollständiges Bild davon, was dieses Team leisten kann.»

Ein wichtiger Schritt in Richtung Elite-Nationalteam

Unabhängig vom letzten Resultat zieht Bajkovic ein positives Gesamtfazit. Die Europameisterschaft habe gezeigt, dass die junge Schweizer Mannschaft auf internationalem Niveau konkurrenzfähig sein und sich im Verlauf eines Turniers weiterentwickeln könne.

Gleichzeitig sieht der Nationaltrainer die Entwicklung als langfristige Aufgabe. Die talentiertesten Spielerinnen sollen Schritt für Schritt an das Elite-Nationalteam herangeführt werden. Dafür seien sowohl die Arbeit in den Vereinen als auch regelmässige Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten auf internationalem Niveau entscheidend.

«Das Turnier hat uns klar gezeigt, wo wir stehen. Wir können dieses Niveau erreichen, aber wir müssen weiterarbeiten, um dort zu bleiben und den nächsten Schritt zu machen. Diese Generation besitzt viel Potenzial, und wir müssen dieses Potenzial auch in Zukunft gezielt fördern.»

Mit zwei Siegen gegen Irland und Rumänien, wertvollen Erfahrungen gegen Türkiye und Serbien sowie einer sichtbaren Entwicklung während der Turnierwoche nimmt die Schweizer U20-Nationalmannschaft viel Positives aus Oeiras mit.

Vor allem aber hat die Europameisterschaft gezeigt, dass mehrere Spielerinnen dieser jungen Generation das Potenzial besitzen, ihren Weg bis ins Elite-Nationalteam fortzusetzen.

Swiss Aquatics Water Polo gratuliert den Spielerinnen sowie dem gesamten Staff zu ihrem Einsatz und Engagement während der Europameisterschaft und wünscht dem Team für die weitere Entwicklung viel Erfolg. Hopp Schwiiz!

Rapport: T. Monti
Bild: European Aquatics