Schweizer U20-Herren beenden Europameisterschaft in Oeiras auf Rang 10

Die Schweizer U20-Nationalmannschaft hat eine intensive Woche an der U20-Europameisterschaft der Herren, Division I, in Oeiras (Portugal) auf dem 10. Schlussrang beendet.

Vom 10. bis 16. August absolvierte das junge Schweizer Team sieben Spiele in sieben Tagen. Ein anspruchsvolles Programm, das der Mannschaft körperlich und mental einiges abverlangte – gleichzeitig aber auch wertvolle Erfahrungen auf internationalem Niveau bot.

Bereits vor dem Turnier hatte sich das Team intensiv auf die Europameisterschaft vorbereitet. Im Rahmen eines gemeinsamen Trainingslagers mit der portugiesischen U20-Nationalmannschaft in Abrantes wurden die letzten Grundlagen für die bevorstehenden Aufgaben gelegt. In Oeiras folgte eine Woche mit engen Duellen, zwei wichtigen Siegen, schwierigen Phasen und viel Schweizer Kampfgeist.

 

Knappes Auftaktspiel gegen Grossbritannien

Zum Auftakt traf die Schweiz auf Grossbritannien. Die Schweizer starteten gut in die Partie und entschieden das erste Viertel mit 2:1 für sich. Im zweiten Abschnitt drehten die Briten jedoch auf und übernahmen die Führung. Auch in der zweiten Spielhälfte blieb die Begegnung umkämpft. Die Schweiz hielt bis zum Schluss dagegen, musste sich letztlich aber mit 9:11 geschlagen geben. Captain Florian Flückiger war mit vier Treffern erfolgreichster Schweizer Torschütze, Cédric Lüthi steuerte zwei Tore bei.

 

Erster Sieg gegen die Ukraine

Bereits einen Tag später gelang der Schweiz gegen die Ukraine der erste Turniersieg – und das nach einem echten Krimi.

Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (4:4) lag die Schweiz zur Halbzeit knapp mit 6:7 zurück. Nach der Pause folgte die Reaktion: Mit einem starken dritten Abschnitt, den die Schweizer mit 5:3 für sich entschieden, wurde die Partie gedreht. Im Schlussviertel behielt das Team die Nerven und brachte den knappen Vorsprung über die Zeit. Am Ende stand ein verdienter 14:13-Erfolg. Besonders treffsicher präsentierten sich Florian Flückiger und Patrick Würth, die jeweils sechs Tore erzielten. Der Sieg zeigte eindrücklich, dass die Mannschaft auch in engen Situationen Ruhe bewahren und Verantwortung übernehmen kann.

 

Enges Duell mit Belgien

Auch gegen Belgien entwickelte sich eine umkämpfte Partie. Die Schweiz blieb lange in Schlagdistanz und hielt die Begegnung offen, musste sich am Ende jedoch knapp mit 12:14 geschlagen geben. Florian Flückiger führte die Schweizer Offensive erneut an und erzielte fünf Treffer. Christian Würth traf dreimal, Yannick Rutz zweimal.

Trotz der Niederlage zeigte die Mannschaft erneut, dass sie auf diesem Niveau mithalten und ihre Gegner über weite Strecken unter Druck setzen kann.

 

Schwierige Aufgabe gegen Israel

Im vierten Gruppenspiel wartete mit Israel ein besonders starker Gegner. Die Schweiz erwischte keinen optimalen Start und lag nach dem ersten Viertel mit 1:5 zurück. Im zweiten Abschnitt zeigte die Mannschaft jedoch eine starke Reaktion und begegnete Israel auf Augenhöhe – das Viertel endete 5:5. Nach der Pause gelang es den Schweizern allerdings nicht mehr, den Rückstand entscheidend zu verkürzen. Israel setzte sich schliesslich mit 16:8 durch. Cédric Lüthi, Florian Flückiger und Christian Würth erzielten jeweils zwei Treffer.

Niederlage zum Abschluss der Gruppenphase

Im letzten Gruppenspiel traf die Schweiz auf NAA (Neutral Athletes A), das Team aus Belarus. Nach fünf Spielen an fünf aufeinanderfolgenden Tagen waren die Belastungen des Turniers bereits deutlich spürbar.

Die Schweizer kämpften weiter, mussten sich jedoch mit 11:18 geschlagen geben. Florian Flückiger war mit fünf Treffern erneut erfolgreichster Schweizer Torschütze. Yannick Rutz und Patrick Würth erzielten je zwei Tore, Cédric Lüthi und Matteo Ribatti trafen je einmal. Damit war die Gruppenphase beendet und der Fokus richtete sich auf die Platzierungsspiele.

 

Starke Aufholjagd gegen Litauen

Eine der besten Leistungen des gesamten Turniers zeigte die Schweiz im Platzierungsspiel gegen Litauen. Der Start verlief zunächst alles andere als nach Wunsch: Nach dem ersten Viertel lag die Schweiz mit 2:5 zurück. Doch die Mannschaft liess sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Im zweiten Viertel begann die Aufholjagd mit einem 4:3, ehe die Schweiz auch den dritten Abschnitt mit 5:4 für sich entschied. Im letzten Viertel folgte schliesslich die entscheidende Leistungssteigerung: Mit sechs Treffern und einem 6:3 im Schlussabschnitt drehte das Team die Partie endgültig und feierte einen starken 17:15-Sieg. Florian Flückiger erzielte sechs Tore, Patrick Würth vier und Christian Würth drei. Matteo Ribatti traf zweimal, Cédric Lüthi und Yannick Rutz jeweils einmal.

Dieser Erfolg war sinnbildlich für die Moral der Mannschaft: Trotz eines schwierigen Starts gab das Team nie auf, arbeitete sich Schritt für Schritt zurück und war in der entscheidenden Phase zur Stelle.

 

Wiedersehen mit Grossbritannien im Spiel um Rang 9

Durch den Sieg gegen Litauen qualifizierte sich die Schweiz für das Spiel um Platz 9 – und traf dort erneut auf Grossbritannien. Wie schon beim ersten Duell zum Turnierauftakt entwickelte sich eine enge Partie. Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel (2:2) verschafften sich die Briten im zweiten Abschnitt mit einem 5:4 einen kleinen Vorteil. Auch das dritte Viertel ging knapp mit 2:1 an Grossbritannien. Im Schlussabschnitt kämpfte die Schweiz weiter und erreichte nochmals ein 2:2, konnte den Rückstand aber nicht mehr aufholen. Mit dem 9:11 beendete die Schweiz die Europameisterschaft auf dem 10. Rang. Patrick Würth überzeugte im letzten Turnierspiel mit fünf Treffern. Florian Flückiger erzielte zwei Tore, Adriano Bozzo und Glenn Valsangiacomo trafen jeweils einmal.

 

Sieben Spiele und viele wertvolle Erfahrungen

Die Schweiz beendet das Turnier mit zwei Siegen aus sieben Spielen. Neben dem knappen Erfolg gegen die Ukraine gehörte insbesondere die Aufholjagd gegen Litauen zu den Höhepunkten der Woche. Die Resultate erzählen jedoch nur einen Teil der Geschichte.

Sieben Spiele innerhalb von sieben Tagen gegen unterschiedliche Gegner und Spielsysteme boten den jungen Spielern die Gelegenheit, sich unter internationalem Druck zu beweisen. Gerade die engen Begegnungen machten deutlich, wie entscheidend Details, Konzentration und Konstanz auf diesem Niveau sind.

Gleichzeitig zeigte die Mannschaft mehrfach Moral. Besonders der Sieg gegen Litauen steht dafür: Nach dem 2:5 im ersten Viertel kämpfte sich die Schweiz zurück und spielte ihre stärkste Phase genau dann, als es darauf ankam.

 

Ein wichtiger Schritt in der Entwicklung

Das Schweizer Team in Oeiras setzte sich aus Spielern von fünf verschiedenen Clubs zusammen:

  • SC Horgen: Florian Flückiger, Raphael Kubitschek, Julian Eberharter (Torhüter), Glenn Valsangiacomo
  • SC Kreuzlingen: Patrick Würth, Yannick Rutz, Maurus Tillema (Torhüter), Christian Würth
  • SC St. Gallen: Matteo Bittner, Cédric Lüthi, Adriano Bozzo
  • Lugano Aquatics: Nicolas Ravetta, Amin Scala
  • Roma VIS NOVA: Matteo Ribatti

Betreut wurde die Mannschaft von Head Coach Jonathan Del Galdo, Assistant Coach Francesco Di Lorenzo und Team Manager Tania Monti.

Mit dem 10. Schlussrang endet für die Schweizer U20-Herren eine intensive Europameisterschaft. Noch wichtiger als die Platzierung ist jedoch die internationale Erfahrung, welche die jungen Spieler aus Oeiras mitnehmen. Vom Vorbereitungscamp in Abrantes bis zum letzten Schlusspfiff gegen Grossbritannien lagen intensive Tage voller Training, Wettkampf, Emotionen und gemeinsamer Erfahrungen hinter der Mannschaft.

Die Europameisterschaft ist vorbei – die Entwicklung dieser jungen Mannschaft geht weiter.

Gratulation an das gesamte Team für den Einsatz während dieser intensiven Woche.
Hopp Schwiiz!

Bericht T. Monti
Bild: EA