Julia ULLMANN, Paul (Pablo) KUTSCHER, U23 Swimming Championships in Samorin, Slovakia, Friday, June 27, 2025. (Photo by Patrick B. Kraemer / MAGICPBK)
Swiss Aquatics Swimming reist mit einem 19-köpfigen, leistungsstarken Team an Poolwettkämpfe der Europameisterschaften 2026 in Paris. Die Selektion vereint etablierte Weltklasse-Athleten mit Medaillenambitionen wie Noè Ponti und Roman Mityukov mit jungen, vielversprechenden Talenten. Neben den Einzelstarts steht auch die Weiterentwicklung der Staffelprojekte im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles im Fokus.
Swiss Aquatics Swimming hat das Aufgebot für die Schwimmwettkämpfe an den Europameisterschaften 2026 in Paris bekannt gegeben. Insgesamt 19 Athlet:innen wurden für die kontinentalen Titelkämpfe, die vom 10. bis 16. August 2026 im Centre Aquatique Olympique in Saint-Denis stattfinden, selektioniert. Das Team präsentiert sich leistungsstark und ausgewogen – mit einer Mischung aus international erfahrenen Medaillengewinnern und vielversprechenden Nachwuchstalenten, die erstmals auf Elite-Stufe an einer internationalen Meisterschaft antreten.
Angeführt wird die Delegation von Markus Buck, Leistungssportchef Schwimmen bei Swiss Aquatics. Unterstützt wird er von einem breit aufgestellten Trainer- und Betreuungsteam rund um die Coaches Massimo Meloni, Pablo Kutscher, Clément Bailly und Fausto Mauri sowie dem Medical- und Supportstaff.
Breite und Qualität im Kader
Mit Leistungsträgern wie Noè Ponti und Roman Mityukov verfügt das Team über Athleten, die zur absoluten Weltspitze zählen und auf internationaler Bühne regelmässig für Spitzenresultate sorgen. Gleichzeitig erhalten mehrere junge Schwimmer:innen die Chance, erste Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln. Dazu zählen unter anderem Enrico Sottile, Mattia Mauri, Balint Ashton, Kay-Lyn Löhr und Manon Richard.
Am stärksten vertreten ist der Schwimmclub Uster mit 9 Athlet:innen.
| Balint Ashton, 2006, Basel Aquatics | Fanny Borer, 1996, Genève Natation 1885 |
| Tiago Behar, 2002, Lausanne Aquatique / Arizona State University | Vanna Djakovic, 2005, Schwimmclub Uster |
| Thierry Bollin, 2000, Schwimmklub Bern | Kay-Lyn Löhr, 2008, Schwimmclub Uster / Swiss Aquatics Training Base |
| Flavio Bucca, 2005, Schwimmclub Uster | Angelina Patt, 2005, Schwimmclub Uster |
| Antonio Djakovic, 2002, Schwimmclub Uster | Gaia Rasmussen, 2004, Genève Natation 1885 |
| Gian-Luca Gartmann, 2003, Schwimmclub Uster | Manon Richard, 2007, Genève Natation 1885 |
| Mattia Mauri, 2006, A-Club Swimming Team Savosa / Arizona State University | Julia Ullmann, 2005, Schwimmclub Uster / Arizona State University |
| Roman Mityukov, 2000, Genève Natation 1885 | |
| Noè Ponti, 2001, Schwimmclub Uster / Swiss Aquatics Training Base | |
| Enrico Sottile, 2007, A-Club Swimming Team Savosa | |
| Marius Toscan, 2002, Schwimmclub Uster / Swiss Aquatics Training Base | |
| Robin Yeboah, 2003, Basel Aquatics / Georgia Tech |
Schweizer Aushängeschilder mit Ambitionen: Noè Ponti auf Revanchekurs, Roman Mityukov in Topform
Noè Ponti reist mit klaren Ambitionen nach Paris. Nach seinen Duellen mit dem französischen Topstar Maxime Grousset an den Weltmeisterschaften in Singapur, bei denen er sich über 50 und 100 Meter Schmetterling jeweils knapp geschlagen geben musste, bietet sich dem Tessiner nun bei Groussets Heimwettkampf die Chance zur Revanche.
Wie Noè Ponti hat auch Roman Mityukov an der EM hohe Ziele. Der 25-jährige Genfer überzeugte in der bisherigen Saison mit starken Leistungen. Nach einem erfolgreichen Auftakt beim Lausanne Swim Cup mit Weltjahresbestzeit über 200 Meter Rücken, egalisierte er an den Schweizer Meisterschaften in Uster seinen Schweizer Rekord über 100 Meter Rücken und schwamm auf seiner Paradestrecke über 200 Meter erneut Weltjahresbestzeit. Für ihn scheint sich das angepasste Höhentraining bereits auszuzahlen. Zudem reist er nach dem Gewinn der Olympiabronzemedaille 2024 mit den besten Erinnerungen nach Paris.
Kadertiefe eröffnet neue Staffelperspektiven
Neben den Einzelstarts liegt ein besonderer Fokus auf den Staffelwettbewerben. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Los Angeles sollen möglichst viele Staffeln besetzt und unter Wettkampfbedingungen getestet werden. Die Europameisterschaften dienen dabei als wichtige Standortbestimmung und liefern wertvolle Erkenntnisse darüber, in welche Disziplinen gezielt investiert werden soll.
Die aktuelle Kadertiefe, vor allem im Männerteam, eröffnet dabei neue Möglichkeiten: Erstmals stehen mehr als vier Athleten auf Topniveau zur Verfügung. Auch die Positionen fünf und sechs sind leistungsstark besetzt. Dies erlaubt es, verschiedene Kombinationen auszuprobieren und gleichzeitig realistische Finalchancen anzuvisieren – eine Ausgangslage, die in der Vergangenheit nur selten gegeben war.
Auch bei den Damen will Swiss Aquatics möglichst viele Staffeln mit den selektionierten Schwimmerinnen besetzen. Mit dem jungen und vielversprechende Team ergibt sich die Möglichkeit, in den Staffelwettbewerben erste Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln, Kombinationen zu testen und die internationale Konkurrenzfähigkeit Schritt für Schritt aufzubauen.
Standortbestimmung auf höchstem Niveau
Die Europameisterschaften 2026 gelten als wichtige Standortbestimmung innerhalb des olympischen Zyklus. Erstmals seit der Corona-Pandemie findet wieder ein regulärer Wettkampfrhythmus statt, was laut Markus Buck zu einem deutlichen Leistungsanstieg in ganz Europa führen dürfte:
„Wir erwarten ein sehr hohes Niveau bei diesen Europameisterschaften. In den vergangenen Jahren waren die Bedingungen für ein hohes Leistungsniveau an einer EM alles andere als ideal. Die pandemie- und kriegsbedingten Verschiebungen im internationalen Wettkampfkalender erforderten eine höhere Anzahl und Dichte an internationalen Grossanlässen.“
So fanden die Europameisterschaften 2022 in Rom nur kurz nach der kurzfristig angesetzten Weltmeisterschaft in Budapest statt, was die Vorbereitung vieler Schwimmer:innen erheblich beeinflusste. Auch die Austragung 2024 war von aussergewöhnlichen Umständen geprägt: Aufgrund der geopolitischen Lage musste der europäische Verband den Austragungsort und den Kalender anpassen, sodass die Titelkämpfe schliesslich erst unmittelbar vor den Olympischen Spielen durchgeführt wurden. Entsprechend verschob sich bei vielen Nationen der Fokus klar in Richtung Olympia. Zahlreiche Top-Athlet:innen verzichteten ganz auf eine Teilnahme oder nutzten die Europameisterschaften lediglich als Formtest aus dem Training heraus, was sich direkt auf die Leistungsdichte und das Niveau der Wettkämpfe auswirkte.
„Nun können sich die Athlet:innen wieder gezielt auf einen Höhepunkt vorbereiten. Entsprechend gehen wir davon aus, dass auch das Leistungsniveau einer EM das erste Mal seit 2021 einen Sprung machen wird.“
Wir gratulieren allen Athlet:innen und ihren Coaches zur erfolgreichen Qualifikation und wünschen allen eine erfolgreiche EM-Kampagne!
