World Aquatics Open Water Swimming World Cup 2026, Stop 2, Ibiza (Photo by yasminartvisualphotography/RFEN)
Kampf gegen Wellen und Weltelite: Schweizer zeigen auf Ibiza gute Leistungen
Beim zweiten Stopp des Open Water Weltcups 2026 auf Ibiza präsentierte sich das Schweizer Team unter äusserst anspruchsvollen Bedingungen. Kalte Wassertemperaturen und starker Wellengang prägten die Rennen und führten sowohl bei der Elite als auch im Nachwuchsbereich zu zahlreichen Aufgaben und Disqualifikationen. In der Brandung schwimmend, wurden die Athlet:innen regelmässig von Wellen erfasst. Um für Athlet:innen und Begleitboote überhaupt durchführbare Bedingungen zu schaffen, musste der Kurs kurzfristig angepasst werden.
Im 10-km-Rennen der Damen kämpften sich Anna Bruhin und Emma Fredersdorf durch ein selektives Rennen, in dem von 67 gestarteten Athletinnen lediglich 48 klassiert wurden. Anina belegte in 2:15:01.4 den 45. Rang, Emma folgte auf Platz 47 in 2:16:10.9. Beide zeigten angesichts der schwierigen Verhältnisse kämpferische Leistungen und brachten ihre Rennen solide ins Ziel. Gabriel Schneider, Head Coach Open Water, bewertete insbesondere die Renneinteilung als positiv. Die Schweizerinnen gestalteten ihre Rennen kontrolliert, auch wenn in Bezug auf die Grundgeschwindigkeit aktuell noch eine Lücke zur Weltspitze besteht. Mit zunehmender internationaler Erfahrung ist jedoch eine weitere Annäherung realistisch.
Bei den Herren unterstrichen die Schweizer Athleten ihre Konkurrenzfähigkeit in einem Weltklassefeld. Christian Schreiber klassierte sich in 1:53:59.6 auf Rang 29 und hatte dabei lediglich 1:19 Minuten Rückstand auf den Sieger. Besonders bemerkenswert: Christian platzierte sich vor Weltmeister Florian Wellbrock, der auf der letzten Runde seinem hohen Tempo an der Spitze Tribut zollen musste. Auch Paul Niederberger überzeugte mit Rang 33 (1:54:05.0) und nur 1:25 Minuten Rückstand auf Platz 1. Nolan Carrel (41. Platz, 1:56:05.9) und Kilian Carrel (45. Platz, 2:01:27.8) komplettierten das Teamresultat. Insgesamt erreichten nur 67 der 99 gestarteten Athleten das Ziel, was die Härte des Rennens zusätzlich unterstreicht. Die Leistungen der Schweizer sind vor diesem Hintergrund als stark einzustufen.
World Aquatics Open Water Swimming World Cup 2026, Stop 2, Ibiza (Photo by yasminartvisualphotography/RFEN)
Auch im Herrenrennen konnte Gabriel Schneider viel Positives entdecken. Christian und Paul präsentierten sich stabil im Feld, während Nolan im Vergleich zur Vorsaison eine deutliche Steigerung zeigte. Er konnte bis zur letzten Runde in der Spitzengruppe mitschwimmen und musste erst am Ende abreissen lassen. Mit rund drei Minuten Rückstand auf die Spitze gelang ihm dennoch ein sehr solides Rennen, das auch als Empfehlung für zukünftige Einsätze über 10 km und im Knockout-Sprint gewertet werden kann.
Auch im 3-km-Knockout-Sprint vom Samstag waren alle sechs Athlet:innen wieder am Start. Christian Schreiber, Nolan Carrel und Paul Niederberger, qualifizierten sich jeweils für die zweite Runde, mussten dort jedoch die Konkurrenz ziehen lassen und verpassten mit den Plätzen 20, 23 und 25 den Einzug in den Final der besten 10.
Parallel zum Weltcup fanden die offenen Spanischen Meisterschaften über 7,5 km statt, bei denen die Schweizer Nachwuchsathlet:innen ebenfalls wertvolle internationale Erfahrung sammelten. Bei den Junioren (34 Starter, 23 klassiert) erreichte Jacy Söllner (Jg. 2009) den 11. Rang in 1:38:38.8, Joshua Thölking (Jg. 2009) wurde 14. in 1:41:46.7. Bei den Juniorinnen (22 Starterinnen, nur 11 klassiert) belegte Lou Anna Benelli (Jg. 2010) den 8. Platz in 1:51:37.2.
Im 3-km-Knockout-Sprint erreichten alle drei Schweizer die zweite Runde; dort resultierten die Plätze 13 für Jacy, 15 für Joshua und 19 für Lou Anna. Alle drei konnten wertvolle Erfahrungen auf internationalem Niveau und bestätigten ihre Entwicklung, indem sie, wie auch die Elite, den Sprung in die nächste Runde schafften.
Insgesamt zeigte das Schweizer Team auf Ibiza geschlossene und kämpferische Auftritte unter schwierigen Bedingungen. Die Resultate im Mittelfeld eines hochkarätigen Teilnehmerfeldes sowie die geringen Zeitrückstände auf die Spitze von Christian und Paul unterstreichen das vorhandene Potenzial und lassen positiv auf die kommenden Weltcup-Stationen blicken. Bereits nächste Woche macht der Weltcup-Tross auf Sardinien Halt. Am 1. und 2. Mai finden in Golfo Aranci die nächsten Weltcup-Rennen statt.
Wir gratulieren allen Athlet:innen zu ihren Leistungen und wünschen ihnen gute Erholung und für jene, die auf Sardinien wiederum am Start sind, erneut viel Erfolg!
Die Resultate des World Cups und der Spanischen Meisterschaften finden Sie hier.